an MZ Teuchern / 09.09.2010
 
Artikel über das Konzert am 29. August 2010 in der ev. Kirche Teuchern

Keiserkonzert kontra Parkfest


Pressemeldung (an MZ)

Das jährlich stattfindende "Keiser-Konzert" hatte in diesem Jahr einen wahrlich schlech-
ten Termin gefunden, nämlich den Familiensonntag des Teucherner Parkfestes.
Allerdings hatte das Parkfest in diesem Jahr den Wettergott nicht ganz auf seiner Seite,
so dass recht viele Zuhörer den Weg in die Kirche St. Georg nahmen, um dort der klas-
sischen Musik zu frönen. Aber nicht nur das unsichere Wetter ließ die Zuschauer in die Kirche strömen, auch die Musik des berühmtesten Sohnes unserer Stadt findet von Jahr zu Jahr immer mehr Anhänger. Bertram Adler, der 17.00 Uhr das Konzert eröffnete, konnte auf viele bekannte und auch neue Gesichter blicken.

Wieder einmal war es die "Capella Orlandi" aus Bremen, die unter Leitung von Thomas Ihlenfeldt Musik von Reinhard Keiser, Heinrich Schütz, Johann Christian Schieferdecker und vielen anderen Komponisten des 17. Jahrhunderts zu Gehör brachte. Man muss dieser Musik schon wahrlich verfallen sein, um sie so darbieten zu können wie die "Capella Orlandi", nämlich mit Leib und Seele.

Jedes Jahr bringen die Musiker aus Bremen eine Sängerin oder einen Sänger mit, die Arien vortragen, um einen Einblick in das umfangreiche Opernschaffen Keisers zu bieten. In diesem Jahr ließ Knut Schoch seine glasklare Stimme in der Kirche erklingen und verzauberte die Zuhörer in höchstem Maße. Der Tenor wurde im diesjährigen Programm in sehr vielen Stücken gefordert. So sang er eine Motette von Hammerschmidt und eine von Schieferdecker, zwei "kleine geistliche Konzerte" von Schütz sowie Arien von Hammerschmidt, Franck und Keiser. Von dieser Stimme konnte man einfach nicht genug bekommen. Ebenso brillant waren aber auch die Musiker Dasa Valentová - Violine, die schon mehrfach in Teuchern zu Gast war, Klaus Eichhorn - Orgel und Thomas Ihlenfeldt - Chitarrone, der nicht nur die Musik Keisers pflegt, sondern auch im "Förderverein Reinhard-Keiser-Gedenkstätte" e.V. tätig ist.

Bemerkenswert war, wie souverän sich die Klangfülle der filigranen Instrumente und die Stimme des Tenors gegen die wattstarke Popmusik aus dem nahegelegenen Park durchsetzte.

Zwischen den beiden Programmteilen, dem etwas ernsteren und dem lustigeren Teil überbrachte die Chefin der Sparkasse Teuchern Frau Fobke, im Namen der Kreissparkasse Burgenlandkreis Abteilung Kultur und Brauchtumsstiftung, einen Scheck in Höhe von 500 Euro, der von Herrn Adler dankend und mit Freude entgegengenommen wurde.

Nach eineinhalb Stunden ging dann ein Programm zu Ende, über das sich Kenner noch lange unterhalten werden.

Gabriele Gießler (Heimatverein Teuchern)