MZ Weißenfels / 11. 07. 2006

 
- Reinhard Keiser -

Barockmusik - Ein vergessener Sohn?

Von MZ-Redakteurin Yvette Meinhardt


Teuchern/MZ.
Zugegeben, Reinhard Keiser und seine heutigen Anhänger teilten am Sonntagabend ein schweres Los. Mit ihrem Konzert traten sie schier aussichtslos gegen eine unbändige Hitze und das Endspiel der Fußball-WM an.

Und trotzdem stellt sich die Geburtsstadt jenes barocken Opernkomponisten fürwahr ein Armutszeugnis aus, wenn das Gastspiel nur mit 45 Zuschauern besucht ist. Kaum ein Stadtrat war zu sehen, auch nicht jene, die fachlich in Kultur- und Sozialausschüssen eifrig debattieren. Selbst die ortsansässigen Bildungsstätten wurden schon seit Jahren nicht mehr im kleinen Gedenkzimmer oder gar zu Konzerten gesehen.

Doch gerade jene Musik zum Anfassen, barocke Instrumente gar, Arien, Rezitative, brillante (Live-)Musik und natürlich jede Menge Geschichte über den eigenen Heimatort- all das steht doch für praxisnahen Unterricht. Eine verpasste Chance. Dafür halten Stammgäste aus Berlin, Leipzig und Chemnitz, gelegentlich gar aus Hamburg Keiser die Treue. Wenigstens ein kleiner Trost: Mitstreiter des Weißenfelser Schütz-Vereins kamen nach Teuchern und wagten einen musikalischen Brückenschlag zwischen den beiden Komponisten.