MZ Hohenmölsen / 05.07.2005
 
Instrumente erst nach Zugabe eingepackt

Konzert:"Capella Orlandi" überzeugt mit Keiser-Werken- International erfahrene Spezialisten


Teuchern/MZ/rk.   "Es war ein mitreißendes und interessantes Konzert", meinte der Vorsitzende des Förderkreises Reinhard-Keiser-Gedenkstätte in Teuchern, Bertram Adler. Aufgetreten war am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche St. Georg das Barockmusik-Ensemble "Capella Orlandi" aus Bremen. Die Hanseaten geben seit einigen Jahren ihre Visitenkarte in der Kleinstadt ab. Die Musiker durften erst nach zwei Zugaben aus der Oper "Der geliebte Adonis" ihre historischen Instru-
mente einpacken.

Auf dem Programm standen zwei Werke von Keiser aus dem Jahre 1709, die Braut-
messe und seine Oper "Die beständige Liebe des Orpheus". Bei der Brautmesse han-
delt es sich um eine der wenigen erhaltenen geistlichen Werke Keisers. Über die Ent-
stehungsgründe ist nichts bekannt. Es dürfte sich nach Meinung von Experten um ei-
ne Gelegenheitskomposition anlässlich einer Hochzeit in der Hamburger Oberschicht handeln.

Von der Oper "Orpheus", die im April 2004 im Berliner Schauspielhaus zu hören war,
sind nur noch Arien vorhanden. Die Uraufführung fand 1698 in Braunschweig statt.
In Hamburg wurde die Oper erstmals 1702 aufgeführt und dann noch einmal in der
jetzigen Fassung von 1709. Der ursprüngliche Text stammt von Christian Friedrich
Bressand. Er hatte am Hof zu Braunschweig-Wolfenbüttel das Amt des Zeremonien-
meisters inne. Für die Zweitkomposition im Jahre 1709 hatte Keiser das Werk erheb-
lich verschlankt.

Leiter der "Capella Orlandi" ist Thomas Ihlenfeldt. Bei dem Ensemble handelt es sich
um international erfahrene Spezialisten. Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe ge-
macht, die Werke Keisers wieder zu entdecken und der breiten Öffentlichkeit zugäng-
lich zu machen.
Als Solisten glänzten Doerthe Maria Sandmann (Sopran) und Knut Schoch (Tenor). Frau Sandmann erhielt bereits seit dem 6. Lebensjahr eine umfangreiche musikali-
sche Ausbildung und trat nach ihrem Abitur sowie Studium unter anderem in den
Niederlanden und USA auf. Knut Schoch studierte Gesang an der Hamburger Musik-
hochschule und besuchte mehrere Meisterkurse. Er trat mit bekannten Ensembles
und Dirigenten in Europa, Amerika und Japan auf. Außerdem wirkte er bei 80 CD-
Produktionen mit.