MZ Hohenmölsen / 09.12.2003
 
Konzerterlebnis

Sprecherin lässt Erinnerung aufkommen
Veranstaltung in Teucherns Ratssaal - Musik und Literarisches versetzen
Zuhörer in Adventsstimmung

Teuchern/MZ/gie.     Der Förderkreis Reinhard-Keiser-Gedenkstätte Teuchern veranstaltete auch in diesem Jahr im Rahmen seiner traditionellen Konzertreihe ein Weihnachtskonzert. Musiker des Orchesters des Theaters Zeitz brachten im Teucherner Ratssaal Stücke von Johann Christian Bach, Gottfried Heinrich Stölzel, Georg Friedrich Händel und Francesco Manfredini zu Gehör. Streicher, Flöte, Horn, Basso continuo und Klavier versetzten die Zuhörer in vorweihnachtliche Stimmung.

Moderatorin Marianne Helmrath, die als Schauspielerin durch das abwechslungsreiche Programm führte, verstand es perfekt, den Zuhörern wieder in Erinnerung zu bringen, was für ein Zauber von der Adventszeit ausgeht. Sie trug Gedichte von Joseph von Eichendorff, Bernhard Jure, Bertolt Brecht und Mascha Kalenko vor, in denen sie vom Glanz des ersten Schnees, vom frommen Zauber der Weihnachtszeit und von der weiten stillen Welt erzählte. Sie erinnerte alle daran, dass man doch einmal das Hetzen und Jagen beiseite schieben und die selbst gemachten Katastrophen vergessen sollte.

Im Gedicht von Mascha Kaleko "Weißt du noch" erzählte sie über die Kindheitserinnerung an Weihnachten: an den ersten Schnee, an die Stille im Zimmer, an den Tee mit Rum. Wieder erklangen die Geigen und ließen die Zuhörer in ihren eigenen Gedanken versinken. In einer Erzählung von Hans Fallada berichtete Frau Helmrath vom Stoffhund Hoppel und in einer Geschichte von Heinrich Böll über eine betagte Hotelangestellte, die mit einem kleinen nervenden Gast dann sogar ein paar nette Stunden verbrachte.

Das Orchester spielte zum Abschluss ein Potpourri bekannter Weihnachtslieder zum Mitsingen oder einfach nur zum Träumen. Da sich Bertram Adler bei allen Akteuren im Namen des Nikolaus' mit einem kleinen Geschenk bedankte, berichtete die Moderatorin noch vom Nikolaus der heutigen Zeit. Er brachte Äpfel, Schokolade und Korinthen, so wie in jedem Jahr.

Aber die Kinder beschimpften ihn nur. Sie wollten lieber Computer, Skateboards und Gameboys. Der Nikolaus ging in die Kneipe, betrank sich und meldete sich beim Arbeitsamt. Mit diesem vergnüglichen Gedicht verabschiedete sich das Ensemble und schickte die Zuhörer in eine friedvolle und besinnliche Weihnachtszeit.