Teuchern / 30. 06. 2003
 
Konzert in Teuchern

Uraufführung im Gotteshaus erlebt
Ensemble präsentiert Musik von Reinhard Keiser

Teuchern/MZ/gie.   
Der Förderkreis Reinhard-Keiser-Gedenkstätte Teu-
chern hatte am frühen Sonnabendabend zu einem Konzert unter dem Titel "Es spielet wahrlich schön" eingeladen. Die Veranstal-
tung fand in der evangeli-
schen Kirche St. Georg in Teuchern statt. Bertram Adler vom Förderkreis und der Hausherr, Pfarrer Klaus Bretschneider, begrüßten die rund 40 Besucher im Gotteshaus.

Kantaten und Arien

Das Ensemble "cantare e sonare" , bestehend aus fünf jungen Musikern, bot ausschließlich Musik von Reinhard Keiser von Kantaten bis zu Arien aus einigen Opernwerken.Den Auftakt des Konzertes bildete das Duett "So soll dein Herz mir ein Gefängnis werden" aus "L'inganno fedele". Es sangen Cassandra Hoffman( Sopran) und Dragan Karolic (Bass), begelitet von Konstanze Beyer (Barockvioline), Renate Pank (Viola da gamba) und Bernhard Prokein (Cembalo). Es Folgte die Kantate "Mi lasci dunque", gesungen von Cassandra Hoffman, die von Bernhard Prokein (Cembalo) und Dragan Karolic (Traversflöte) begleitet wurde.

Meisterhafte Koloratur

Diese Kantate wurde 1714 erstmals gedruckt und war am Samstag zum ersten Mal in Deutschland zu hören. Also erlebte Teuchern eine kleine Uraufführung. Die glockenklare Stimme der Sopranistin Cassandra Hoffman gestaltete meisterhaft die Koloraturen. Nun erklangen drei Arien hintereinander, gesungen von dem Bassisten Dragan Karolic. "Es spielet wahrlich schöne" machte den Anfang aus der Oper "Masaniello furioso", die einen Fischeraufstand darstellt. Sie wurde lyrisch und melodisch vorgetragen, bevor die Arie "Nel suo sangue" aus der Oper "Jodelet" (Uraufführung ca. 1730) erklang, basierend auf einer Verwechslungskomödie. Die dritte Arie "Sterb ich in so schönen Armen" aus "L'inganno fedele", gab Dragan Karolic sehr lyrisch zum besten.

Nun sollte eine Triosonate folgen, aber die feuchte Luft in der kühlen Kirche machte der Geige zu schaffen, und eine Saite musste gewechselt werden. Das Programm wurde umgestaltet, und es ging nun weiter mit der wunderschönen Arie" Komm Adonis meine Ruh" aus "Adonis", der ersten vollständig erhaltenen Oper von Reinhard Keiser, die 1697 in Hamburg uraufgeführt wurde.

Schwungvolles Duett

Cassandra Hoffman gestaltete mit ihrem Sopran das zarte Rufen eines Mädchens nach ihrem Liebsten sehr ausdrucksvoll. In den folgenden Arien "Ihr holden Wangen" aus "L'inganno fedele" und "Non temer" aus "Jodelet", ebenfalls gesungen von der Sopranistin, konnte diese ihre Vielseitigkeit beweisen. Das eine war ein scherzhaftes Lied, das zweite Stück rasant und dramatisch. Nach der nun folgenden Triosonate brillierten dann alle fünf Künstler gemeinsam in dem schwungvollen Duett "Mein Kätchen ist ein Mädchen" aus der Oper "Croesus".

Es war ein hervorragendes Konzert, und es bestätigte sich, was Pfarrer Klaus Bretschneider zu Beginn der Veranstaltung mit den Worten Franz Schuberts gesagt hatte: "Wer Musik liebt, kann nie ganz unglücklich sein".