MZ Weißenfels / 10. 12. 2002
 
Ev. Kirche "St. Georg" Teuchern

Schülerinnen und Lehrerinnen des Konservatoriums
"Georg Friedrich Händel" Halle musizierten
Konzert des Fachbereichs Alte Musik

Von BERTRAM ADLER

Weißenfels/MZ   
Zu seinem diesjährigen vorweihnachtlichen Konzert hatte der Förderkreis "Reinhard-Keiser-Gedenkstätte" Teuchern am Sonnabend Nachmittag in die Evangelische Kirche
"St. Georg" Teuchern eingeladen. Es musizierten Schülerinnen und Lehrerinnen des Fachbereichs "Alte Musik" am Konservatorium "Georg Friedrich Händel" in Halle.
Vor einigen Jahren wurde dieser Fachbereich an der Halleschen Musikschule gegründet. Er hat das Ziel, die Schüler noch intensiver mit Alter Musik bekannt zu machen.
Am Konservatorium der Saalestadt können die Kinder und Jugendlichen auch historische Instrumente(so z.B. Blockflöte, Violoncello, Cembalo, Violine ) erlernen.

Zu Beginn des Programms erklang ein Blockflötentrio des eher unbekannten Komponisten Johann Christoph Faber(um 1660 bis nach 1729), welcher im Wolfenbütteler Raum wirkte. Marianne Gäbler, Alexandra Kloss und Nadja Wagner überzeugten in diesem vielsätzigen, sehr tänzerischen Werk.

Für das Teucherner Konzert hatten die jungen Künstler auch Werke des größten Sohnes der Stadt Reinhard Keiser( 1674-1739) vorbereitet. Aus seiner Kantaten-Sammlung "Gemüths-Ergötzung" war die Kantate "Der glückliche Fischer" zu hören. Dabei hatten sich die drei jungen Sopranistinnen Ulrike Bruche, Annette Landgraf und Louise Steinbach die Rezitative und Arien geteilt. Sie gestalteten die Arien, welche meist einen überaus großen Tonumfang aufwiesen, sehr ausdrucksvoll.
Hauptperson dieser Kantate ist die Nymphe Melisse, um die sich nacheinander der Schäfer Coridon, der Gärtner Melanthus sowie der Fischer Polidor bemühen. Der kühne Fischer trägt am Ende den Sieg davon. In der Musik zieht Keiser alle Register seiner Instrumentierungskunst: Die Arie des hitzigen Schäfers wird von wilden Bewegungen des Basso Continuo (am Cembalo die Lehrerin Cornelia Osterwald) begleitet, die duftigen Blumen des Gärtners werden durch zwei Violinen gepriesen( Stefanie Thate und Marie Wetzig), der Fischer aber kommt auf rollenden Wellen mit seinem Schiff daher, begleitet von zwei Blockflöten( Nadja Wagner, Alexandra Kloss).

Es folgten zwei Sätze einer Sonate für 3 Violinen und Basso continuo des französischen Barockkomponisten Joseph Bodin de Boismortier (1689-1755 ) . Judith Wache, Rebekka Müller und Almut Wolfart erreichten eine erstaunliche Klangdichte . Den Basso Continuo spielten hierbei wieder Marianne Gäbler( Violoncello) und Ruth Wache am Cembalo.

Die sich anschließende Arie "Ihr fliegenden Sänger" aus Keisers Oper "Orpheus" hatte eine ganz ungewöhnliche Besetzung. So wurde die Sängerin (Louise Steinbach) gleich von fünf Blockflöten( Nadja Wagner, Annemarie Gäbler, Alexandra Kloss, Winnie Jammermann und Sarah Bodemann) sowie von Marianne Gäbler (Violoncello) und Cornelia Osterwald (Cembalo) begleitet. Meisterhaft gelang es der Solistin der Trauer des Orpheus über den Tod seiner Euridice Stimme zu verleihen.

Das Programm wurde abgerundet durch den berühmten Kanon für 3 Violinen und B.c. von Johann Pachelbel( 1653-1706). Die beiden jungen Geigerinnen Marie Wetzki und Stefanie Thate wurden hier durch die Geigenlehrerin Dagmar Gäbler verstärkt. Annemarie Gäbler tauschte die Blockflöte bei diesem Stück mit dem Platz am Cembalo.

Die Leitung des Konzerts lag in den Händen der Fachbereichsleiterin für Alte Musik Martina Quaas. Der Förderkreis bedankt sich herzlich für den engagierten Vortrag aller Schülerinnen und bei den beteiligten Pädagoginnen für die hervorragende Vorbereitung des Konzerts.
Die Zuhörer in der beheizten Kirche spendeten viel Beifall für ein gelungenes Musikerlebnis in der Adventszeit.
(Ungekürzter Artikel)