MZ Hohenmölsen / 18. 09. 2002

  Konzerterlebnis

Geistliche Musik für Publikum Fest für die Sinne
Ensemble begeisterte in Hohenmölsener Stadtkirche - Werke von Reinhard Keiser aufgeführt - Überraschung für Förderkreis

Von unserem Mitarbeiter MAIK SCHUMANN

Hohenmölsen/MZ    "Laudate Dominum - Lobet den Herrn", hieß es am vergangenen Sonntagnachmittag in der Hohenmölsener Stadtkirche St. Peter. Das Ensemble "Cantare e sonare" erfreute die im Gotteshaus rund 50 erschienenen Zuhörer mit einem Konzert der besonderen Art.

Motetten als Rarität

Eine echte Rarität wartete auf das Publikum, denn seit Keisers Zeiten wurde kein Konzert mehr gegeben, in dem die geistlichen Werke des Komponisten Reinhard Keiser zu hören waren. So unterstrich Bertram Adler als Vorsitzender des Förderkreises der Reinhard-Keiser-Gedenkstätte in Teuchern.

So ist es auch wenig verwunderlich, dass hierzulande kaum jemand etwas über das Leben und Wirken des Komponisten weiß, der am 12. Januar 1674 in Teuchern geboren wurde und am 12. September 1739 in Hamburg verstarb. Dem abzuhelfen und das Andenken Keisers, der als Kammer- und Opernkomponist in Braunschweig - Wolfenbüttel, in Hamburg und Kopenhagen wirkte, in Ehren zu halten, hat sich der Förderkreis Teuchern als Verein auf seine Fahnen geschrieben.
Bevor aber das Konzert begann, wartete noch eine Überraschung auf den Vorsitzenden des Vereins. Der Leiter des Ensembles, Dragan Karolic, übergab Adler einige Werke des Komponisten für die Dauerausstellung in Teuchern, der diese mit Freude entgegen nahm.
Perfekt inszeniert hauchten die Musiker von "Cantare e sonare" seinen Werken, die so lange nicht gespielt wurden, wieder Leben ein. Es sangen und spielten auf brillante Weise und mit sichtlicher Freude, Cassandra Hoffman (Sopran), Angelika Weber (Alt), Dragan Karolic (Bass/Traverflöte), Klaus-Martin Bresgott (Tenor) sowie Konstanze Beyer und Cosima Taubert (Barockviolinen), Renate Pank (Viola da gamba) und Bernhard Prokein (Orgel).

Die richtigen Klänge in der richtigen Atmosphäre- so könnte man das facettenreiche und hochkarätige Konzert in der St.-Peter-Kirche zu Hohenmölsen umschreiben. Das fanden auch die Gäste, die jedes Stück des berühmten Sohnes der Stadt Teuchern, der ab 1728 als Kantor am Hamburger Dom tätig war, mit großem Applaus honorierten.

Neufassung erarbeitet

Denn aus dieser Zeit stammen wahrscheinlich die fünf lateinischen Motetten, die in der Hohenmölsener Stadtkirche virtuos dargeboten wurden. Auf Anregung Bertram Adlers hatte Dragan Karolic aus der Urschrift der Motetten eine Neufassung erarbeitet. Dem Publikum wurde jedenfalls nicht zuviel versprochen. Es war ein wunderbares Konzerterlebnis, ein Ohrenschmaus und ein wahrliches Fest für die Sinne.