MZ / Dezember 1997

  Weihnachtskonzert in Teuchern

Lyrik und Prosa in der Adventszeit
Veranstaltung des Reinhard-Keiser-Förderkreises mit dem Telemann-Ensemble


Von unserem Mitarbeiter
Bertram Adler

Beim traditionellen Weihnachtskonzert in Teuchern trat erneut das Telemann-Ensemble aus Leipzig auf
MZ-Fotos: Peter Lisker   


Teuchern / MZ.    Am Sonntagnachmittag war im vollbesetzten Teucherner Rathaussaal das Telemann-Ensemble aus Leipzig zu Gast. Dieses Ensemble ist in Teuchern gut bekannt, gestaltete es doch schon in den letzten beiden Jahren die Weihnachtskonzerte.

Wie bereits im vergangenen Jahr boten Reiner Gebauer (Blockflöte), Jutta und Christian Redder (Barockvioline), Doris Linde (Viola da gamba) und Günter Hoff (Cembalo) ein musikalisch-literarisches Programm. Dabei kam neben weihnachtlicher Lyrik und Prosa auch Kammermusik von Komponisten, die in unserer Region geboren wurden bzw. dort lebten (Keiser, Heinichen, Fasch) zur Aufführung.

Zu Beginn spielte das gesamte Ensemble das Quartettino F-Dur für Blockflöte, zwei Violinen und B.C. von Alessandro Scarlatti (1659-1725). Es folgte dann eine Lesung aus der Sammlung alter deutscher Lieder "Des Knaben Wunderhorn" von Clemens Brentano und Achim von Arnim (1805-1808). Zwischen zwei Canzonen des italienischen Orgelmeisters Girolamo Frescobaldi (1583-1643) für zwei Violinen und B.C. bzw. Sopranblockflöte und B.C. las Reiner Gebauer "Lieb Nachtigall wach auf". Eingebettet zwischen den Musikstücken waren mehrere Geschichten des österreichischen Dichters Karl-Heinrich Waggerl, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag begangen hätte. Von Diego Ortiz (um 1540) waren zwei Recercaden für Viola da gamba und B.C. zu hören. Dabei überzeugte Doris Linde als virtuose Solistin. Im Laufe des Konzertes erklangen auch zwei Weihnachtschoräle ("Nun komm, der Heiden Heiland" und "Von Himmel hoch"). Diese Choräle wurden auch als Bearbeitung und unter kunstvoller Ausschmückung durch Günter Hoff gespielt.

Der zweite Teil des Programms wurde eröffnet durch die Sonate d-Moll für Violine und B.C. des italienischen Geigenvirtuosen Antonio Vivaldi (1681-1725). Hervorragend war dabei die solistische Leistung von Jutta Redder. Von Johann Friedrich Fasch, der eine kurze Zeit seiner Kindheit in Teuchern verbrachte, spielten die Musiker das Andante aus einer Triosonate für Altblockflöte, Violine und B.C.. Der im benachbarten Krössuln geborene Johann David Heinichen komponierte das sich anschließende Adagio und Pastorell für Blockflöte und B.C.. Der größte Sohn der Stadt Teuchern - Reinhard Keiser - war vertreten mit dem 2. Satz Andante aus einem Flötenkonzert in D-Dur.

Zum Abschluss des umfangreichen Konzertes spielte wieder das gesamte Ensemble das Quartetto G-Dur für Altblockflöte, zwei Violinen und B.C. von Georg Philipp Telemann (1681-1767). Das begeisterte Publikum dankte den Künstlern mit lang anhaltendem Beifall für ihr ausdrucksstarkes und anrührendes Spiel. Besonderer Dank gilt Reiner Gebauer für die gelungene Auswahl der Texte und deren einfühlsamen Vortrag.