MZ / 15.08.1997

  Gedenkstätte
Keiser-Führung nun in Französisch
Neue ABM-Beschäftigte öffnet Tür des Hauses für Besucher


Von unserer Redakteurin
Iris Richter

Rita Kursch betreut zu den Öffnungszeiten die Keiser-Gedenkstätte in Teuchern. Neben Informationstafeln über den Komponisten werden auch Nachbauten barocker Instrumente gezeigt.
MZ-Fotos: Peter Lisker   


Teuchern / MZ.    Seit gut zwei Monaten ist die Teuchernerin Rita Kursch regelmäßig in der Reinhard-Keiser-Gedenkstätte am Teucherner Markt anzutreffen. "Wenn ich ehrlich bin, war ich vorher, auch wenn Teuchern meine Heimatstadt ist, noch nie hier", gesteht sie. Doch seit sie eine ABM-Stelle der freien Kulturarbeit in der Stadt angetreten hat und zu ihrem Aufgabengebiet auch die Betreuung der Gedenkstätte gehört, weiß sie mehr Bescheid über das geschichtsträchtige Gebäude im Zentrum der Kleinstadt. Denn zu ihrer Aufgabe gehört es auch, interessierten Bürgern die Tür des Geburtshauses des Komponisten - das sich seit Herbst vergangenen Jahres im neuen Gewand zeigt - zu öffnen. "In unserem Gästebuch haben sich seitdem schon einige Leute verewigt", präsentiert Frau Kursch. Meist seien es allerdings Musikfreunde, die schon über Vorkenntnisse verfügen, ja sogar aus Paderborn sei extra jemand angereist. Aber auch Teilnehmer eines Gästeführerkurses an der Volkshochschule hätten sich in der Gedenkstätte, die der Förderverein Reinhard Keiser betreibt, umgesehen. "Ich kann Prospekte über Reinhard Keiser verteilen und Musik des Komponisten einspielen", zeigt sie auf die Stereoanlage. Zudem sei auch ein Band aufgenommen worden, das gespickt mit musikalischen Beispielen über Leben und Werk des Komponisten informiert. Jenes Band wurde nun sogar ins Französische übertragen. Im Auftrag des Fördervereins übernahm die Gymnasiallehrerin Stephanie Benndorf die Übersetzung und besprach das Band, das beim Besuch der Gäste aus der französischen Partnergemeinde in der kommenden Woche erstmalig zum Einsatz kommt. "Natürlich würden wir uns mehr Besucher wünschen", zeigt sich Vereinschef Bertram Adler nicht ganz so zufrieden. Der Keiser-Experte wird neben einer Führung für die französischen Gäste wieder am 4. Oktober anlässlich der Schütz-Tage in Weißenfels durch das Haus führen.

Geöffnet ist die Gedenkstätte dienstags in der Zeit von 16-18 Uhr sowie mittwochs von 10-13 Uhr.