MZ-Weißenfels / 25.03.1997

  Kammerkonzert

"Der geliebte Adonis" und noch
andere Musik vom Feinsten

Weißenfelser Johann-Philipp-Krieger-Ensemble gastierte zum ersten Mal in Teuchern

Von Bertram Adler

  Teuchern / MZ.    Am Sonntag nachmittag gastierte erstmals das Johann-Philipp-Krieger-Ensemble Weißenfels im Ratssaal Teuchern. Der Förderverein Reinhard-Keiser-Gedenkstätte Teuchern hatte zu einem Kammerkonzert eingeladen. Trotz des winterlichen Wetters fand eine ganze Reihe von Zuhörern den Weg ins Rathaus. Sie erlebten Kammermusik vom Feinsten.

Es erklangen Werke von Komponisten, die alle irgendwie mit Teuchern und der näheren Umgebung in Beziehung standen. Besonders erfreulich war, dass in Reinhard Keisers Geburtsstadt auch Kompositionen dieses Komponisten zu hören waren. Aus der Oper "Der geliebte Adonis", die übrigens vor genau 300 Jahren ihre Uraufführung erlebte, interpretierte der Altus Martin Wölfel verschiedene Rezitative und Arien. Der junge Sänger überzeugte auch bei drei Arien aus Opern von Johann Philipp Krieger. Krieger wirkte ja 40 Jahre als Kapellmeister am Weißenfelser Hof.

In der Kantate "La bella fiamma o Tirsi" von Johann David Heinichen wurde Martin Wölfel begleitet von Wolfgang Katschner (Theorbe) und Thomas Fritzsch (Viola da gamba). Heinichen wurde ganz in der Nähe von Teuchern, in Krössuln geboren. Auch Johann Friedrich Fasch verbrachte eine kurze Zeit seiner Kindheit in Teuchern. Von ihm gelangte die Symphonia G-Dur zur Aufführung. Neben den drei Arien von Krieger stand auch noch eine Sonate á4 von diesem Komponisten auf dem Programm. Den Abschluss des knapp 90minütigen Programms bildete die Suite g-Moll von Georg Philipp Telemann. Telemann wirkte wie Reinhard Keiser viele Jahre an der Hamburger Gänsemarktoper.

Neben den bereits genannten Instrumentalisten wirkten auch Birgit Schnurpfeil (Violine), Michael Poschke (Violine), Bernhard Pr..kein, (Viola) sowie Ulrike Wappler (Cembalo) mit. Das Ensemble bot ein perfektes Zusammenspiel. Die Musiker zeigten sich äußerst engagiert und spielfreudig. Das Programm wurde hervorragend moderiert durch den künstlerischen Leiter Wolfgang Katschner, der dem Publikum zu einigen Werken sehr nützliche Informationen gab. Das begeisterte Publikum dankte den Künstlern am Ende des Konzerts mit lang anhaltenden Beifall für die ausgezeichneten Darbietungen. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass dieses Konzert nur durch die Förderung durch die Ständige Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik, sowie durch eine großzügige Spende der Kreissparkasse Weißenfels stattfinden konnte.