MZ / September 1996

  Wiedereröffnung
Ehrung für einen Musiker des Barock

Reinhard-Keiser-Gedenkstätte feierlich übergeben

Von unserem Mitarbeiter
Rüdiger Benesch

 

Teuchern / MZ.
Viel Beachtung fand gestern nachmittag die Wiedereröffnung der Reinhard-Keiser-Gedenkstätte in Teuchern. Im Geburtshaus des bedeutenden Barockkomponisten Reinhard Keiser (1674-1739) am Markt 9 wurde die neu konzeptionierte Ausstellung der Öffentlichkeit übergeben. Zahlreiche Persönlichkeiten, Musikliebhaber und Mitglieder des Förderkreises wohnten dem Festakt im Saal des Rathauses bei.

Nach der Begrüßung und den Dankesworten durch den Vorsitzenden des Förderkreises Reinhard-Keiser-Gedenkstätte e.V. Teuchern, Bertram Adler, überbrachten Professor Wolfgang Ruf, Präsident der G. F. Händel-Gesellschaft, der stellvertretende Landrat Bernd Grüneberger und der Teucherner Bürgermeister Lothar Gieler Grüßworte. Adler erinnerte an den 1995 verstorbenen Initiator der Keiser-Gedenkstätte Dr. Walter Luchsinger. Seit den 80er Jahren habe er sich intensiv für die Ehrung und Würdigung Keisers eingesetzt. Bis zu seinem Tod war Luchsinger im Förderkreis aktiv, betonte Adler. Die Bedeutung der Wiedereröffnung reiche weit über die Grenzen der Kleinstadt Teuchern hinaus, erklärte Ruf. Für die Musikwissenschaft sei es Erinnerung und Verpflichtung, sich Keisers Werken wieder verstärkt zu widmen. Auch Grüneberger betonte die Bedeutung für die Auseinandersetzung mit Keisers Werk, welches von hohem künstlerischen Wert sei. Die Wichtigkeit von Kunst und Kultur und ihre Bedeutung zur Identitätsfindung, unterstreicht Gieler in seiner Grußadresse. Der Förderkreis habe der Stadt und allen Musikfreunden einen großen Dienst erwiesen, so der Bürgermeister..
Nach dem Festakt hatten die Gäste die Möglichkeit, die Ausstellung im Keiserschen Geburtshaus zu besichtigen. Dr. Birgit Heise (Musikinstrumentenmuseum Leipzig), welche sich für die Ausstellungskonzeption verantwortlich zeichnete, erläuterte das Konzept. Neben Keiser wird an drei weitere barocke Komponisten erinnert. Auch Johann Christian Schieferdecker (1679-1732) stammt aus Teuchern. Johann David Heinichen (1683-1729 erblickte in Krössuln das Licht der Welt. Johann Friedrich Fasch (1688- 1758) verbrachte einige Kindheitsjahre in Teuchern.