Freiheit Hohenmölsen / Januar 1974

  Zum 300. Geburtstag Reinhard Keisers:
Blütezeit der Oper mit seinem Namen verbunden
Revolutionäre Stoffe - Themen seiner Werke

Auszug:
Hohenmölsen/Freiheit
1974


Das Jahr 1974 hat begonnen. Es wird ein Jahr werden, das uns viel abverlangt, aber auch ein Jahr mit einer stolzen Bilanz..........

Deshalb ist es nicht nur eine lokale Angelegenheit, wenn wir im ersten Monat dieses Jahres den 300. Geburtstag Reinhard Keisers begehen.

Geboren am 9. Januar 1674 in Teuchern, verbrachte er dort seine Kindheit. Schon früh erhielt er Musikunterricht. Sein Weg führte zur Thomasschule in Leipzig. Als junger Musiker und Komponist am Hofe Braunschweigs lernte er Siegismund Kusser kennen, einen bedeutenden Musiker zu seiner Zeit, dem er auch nach Hamburg nachfolgte.

Hamburg, freie Stadt, vor Kriegen geschützt, Zufluchtsstätte für Künstler und große Vermögen, in keiner anderen deutschen Stadt schätzte man die Musiker im 17. Jahrhundert im so hohen Grade. Die Künstler waren den reichen Bürgern gleichgestellt. So fanden sich in Hamburg viele Bedingungen verwirklicht, unter denen ein gutes Operntheater leben kann. Es gab eine ausgezeichnete, wenn auch nicht zahlreiche Gruppe von Instrumentalisten, eine ziemlich fortgeschrittene Regiekunst und bekannte Dichter und Musiker von großem Wert.

Nachdem Kusser 1693 das Orchester und den Gesang auf den neuesten Stand gebracht hatte, fand Reinhard Keiser Bedingungen vor, die ihn zum besten Musiker der Oper wachsen ließen. Mit seinem Namen ist die Blütezeit der Hamburger Oper, der ersten deutschen Oper, fest verbunden.

Im Liedhaften der Melodie , im Wort verbundenen musikalischen Ausdruck lag seine Stärke. Dass er damit auch revolutionäre Stoffe seiner Zeit gestaltete, macht ihn uns heute wertvoll. Mit der systematischen Pflege seines erhaltenen Werkes..................
ist ein Beitrag, aber auch eine Verpflichtung, das nationale Kulturerbe zu hegen und zu pflegen.
Fabian