MZ Teuchern / September 2000

  Erstmalige Wiederaufführungen

Publikum spendet Beifall in Kirche
Konzert mitgeschnitten - Morgen Ausstrahlung.


Teuchern/MZ/adl.    Unter dem Titel "Keiserliche Serenata" erklang am Sonnabendnachmittag in der Teucherner Kirche Hochzeitsmusik von Teucherns berühmtesten Söhnen Reinhard Keiser (1674-1739) und Johann Christian Schieferdecker (1672-1732).Zu Gast war die Capella Orlandi aus Bremen unter Leitung von Thomas Ihlenfeldt. Die zahlreichen Zuhörer bekamen ausnahmslos erstmalige Wiederaufführungen geboten. Hinter der Kirche hatte der Ü-Wagen von Deutschland Radio Berlin geparkt, das mitgeschnittene Konzert wird am Donnerstag um 20:00 Uhr im Rahmen des Euroradio-Sommerfestivals zusammen mit einem Beitrag über Teuchern und Keiser ausgestrahlt.

Als Umrahmung der Serenata von Keiser erklangen zwei Suiten von Schiefer-
decker und dessen "XII. Musicalischen Concerten", entstanden in Hamburg 1713. Es war eine äußerst lebendige, sehr abwechslungsreiche Musik. Dabei wurden die Instrumente ganz verschiedenartig kombiniert. Die beiden Suiten waren für folgende Besetzungen komponiert: zwei Violinen (Dagmar Valentowa und Jirina Doubravska),Viola (Klaus Bona), zwei Oboen ( Hans-Peter Westermann und Annette Spehr), Fagott (Gyoergyi Farkasz), Violoncello (Ulrike Mix), Chitarrone (Thomas Ihlenfeldt) sowie Orgel (Klaus Eichhorn). Das Orchester bot ein perfektes Zusammenspiel.



  Hochzeitsmusik boten die Musiker von "Capella Orlandi" aus Bremen in der Teucherner Kirche

MZ-Foto:
Klaus Ulrich



Eingebettet zwischen den Suiten wurde Keisers "Serenata" für vier Stimmen und Instrumente aus dem Jahr 1716 auf einen Text des Professors für Geschichte und griechische Sprache Michael Richey (1678-1761). Die Serenata war ein Auftragswerk, das Keiser für die berühmte Hamburger Kaufmannsfamilie Luis zur Hochzeit komponierte. Die vier handelnden Personen wurden gesungen von Monika Mauch - Sopran (Liebesgöttin Venus), Constanze Backes - Sopran (Nymphe Arethusa), Raimonds Spogis - Bass (Sonnengott Apollo) und Markus Schikora - Tenor (Götterspötter Momus). Neben den bereits genannten Instrumentalisten kam in der Serenata noch Dorothee Müller (Traversflöte und Zuffolo) hinzu. Annette Spehr spielte die Chalumeau (ein Vorgänger der heutigen Klarinette). Das Werk wirkte außerordentlich farbig durch die Vielzahl der Instrumente. Es waren große, prächtige Orchesterarien zu erleben. Hervorzuheben sind die stimmlich hervorragenden Sänger. Das begeisterte Publikum spendete reichlich Beifall, und die Musiker boten noch eine Zugabe.