MZ Teuchern / Dezember 2000

  Kammerkonzert

Klassischer Genuss durch Virtuosität
Kammerkonzert zum 1. Advent im Teucherner Ratssaal


Teuchern/MZ/adl.    Der Förderkreis "Reinhard-Keiser-Gedenkstätte" und die Stadt Teuchern hatten am Sonntagnachmittag eingeladen zu einem Konzert mit dem Braunschweiger Ensemble für Alte Musik "La Ricordanza".

Doch nur etwa 20 Zuhörer fanden den Weg in den Teucherner Ratssaal. Das Konzert war diesmal ausschließlich dem größten Teucherner Sohn Reinhard Keiser gewidmet. Unter dem Titel "Leichtfertiger Amor" erklangen Arien und Instrumentalstücke des Komponisten. Dabei waren Ausschnitte aus Opern Keisers zu hören.



  Das Braunschweiger Ensemble bot den wenigen Konzert-Besuchern im Ratssaal einen Auszug aus Keisers Werken.

MZ-Foto:
Peter Lisker



Die Arie "Hoffe noch gekränktes Herz" aus "Croesus" gestaltete Martina Schänzler (Sopran) sehr ausdrucksstark. In der anschließenden Triosonate
D-Dur begeisterten Brian Berryman (Traversflöte), Bettina Ihrig (Viola dámore), Dorothée Palm (Violoncello) und Eckhart Kuper (Cembalo) durch Klang-
schönheit und überschäumende Vitalität in den schnellen Sätzen. Es folgten Ausschnitte aus der Oper "Die großmütige Tomyris". In dem Concerto avanti lópera - quasi einem Flötenkonzert - konnte wiederum Brian Berryman brillieren. Die Arie "Amor fache deine Flammen" wurde virtuos von Annette Berryman (Barockoboe) begleitet. Mehrere Tanzsätze (Bourée, Loure und Menuett) leiteten zu einer weiteren Arie über. In "Da voi piu udir non vo" konnte Martina Schänzle überzeugen. Von Georg Philipp stammte das Concerto D-Dur für Solovioline, Streicher und Basso Continuo, das dieser für eine Aufführung der Keiser-Oper "Nebucadnezar" als Einlage komponierte. Als Solist konnte darin Christoph Heidemann (Violine) die meisterhafte Beherrschung seines Instruments unter Beweis stellen. Das Programm wurde abgeschlossen durch Ausschnitte aus Reinhard Keisers Oper "Claudius". Neben der Ouvertüre waren daraus zwei Arien und verschiedene Tonsätze zu hören.

Das Ensemble bot ein perfektes Zusammenspiel und beeindruckte durch gute dynamische Differenzierung und technische Souveränität. Insgesamt war es ein kurzweiliges Konzert durch die gelungene Mischung aus Arien und Instrumentalsätzen.